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Praxisratgeber · Elektrik

Steckdose für außen: Aufputz oder Unterputz, IP44 als Mindestschutz, FI-Schutzschalter mit 30 mA, Klappdeckel und Schutz vor fremder Nutzung, WLAN-Outdoor-Steckdosen und wer die Außensteckdose installieren darf

Rasenmäher, Lichterkette, Grill oder Musikbox: Im Garten und auf der Terrasse braucht man Strom, und Verlängerungskabel aus dem Wohnzimmer sind keine Lösung. Eine Außensteckdose muss aber mehr aushalten als eine Steckdose im Flur: Regen, Staub, Temperaturschwankungen. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei Schutzart, Fehlerstromschutz und Montage ankommt, nach den Empfehlungen der Brancheninitiative Elektro+, dem Datenblatt einer Gira-Außensteckdose und der Niederspannungsanschlussverordnung.

Praxisratgeber · Aktualisiert am 2. November 2026

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Eine Steckdose für außen muss ausdrücklich für den Einsatz im Freien geeignet sein. Elektro+ nennt IP44 (Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen) als Mindeststandard, an dauerhaft exponierten Stellen besser IP54, bei direktem Wasserkontakt oder am Pool IP65 oder IP67. Außensteckdosen haben einen Klappdeckel. FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter, Auslösestrom höchstens 30 mA) sind laut Elektro+ Pflicht für alle Steckdosen-Stromkreise außerhalb des Hauses. Gegen fremde Nutzung werden Außensteckdosen von innen allpolig abschaltbar gemacht oder mit Schloss ausgeführt. Eine neue Außensteckdose ist eine Erweiterung der Elektroanlage: Nach § 13 NAV dürfen das nur der Netzbetreiber oder ein eingetragener Elektroinstallationsbetrieb.

  • Keine Verlängerungskabel oder Mehrfachstecker dauerhaft im Außenbereich.
  • Eine WLAN-Outdoor-Steckdose ist ein Zwischenstecker: Sie braucht eine vorhandene Außensteckdose.
01 / Schutzart

IP44, IP54, IP65: welche Außensteckdose wohin?

Die IP-Schutzart hat zwei Ziffern: Die erste steht für den Schutz gegen Fremdkörper, die zweite für den Schutz gegen Wasser. IP44 heißt: geschützt gegen Gegenstände größer als 1 mm und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen (Elektro+).

Schutzart nach Einsatzort (Elektro+)
Einsatzort Schutzart
Garten, Terrasse, Carport, Balkon, überdachter Eingang Mindestens IP44
Dauerhaft exponierte Stellen (Wind und Wetter ungeschützt) Besser IP54 oder höher
Direkter Wasserkontakt, Strahlwasser, Dauerregen, Pool, tiefe Brunnen IP65 oder IP67
Garage, Keller, rund ums Haus Spritzwassergeschützte Steckdosen mit Klappdeckel

Kaufen Sie nur Steckdosen, die für außen ausgewiesen sind: Schutzart und Montageart stehen im Datenblatt des Herstellers.

02 / Montage

Aufputz oder Unterputz?

  • Aufputz (AP): Das Gehäuse sitzt auf der Wand. Typisch für Außensteckdosen an Fassade, Garage oder Gartenhaus, wo keine Unterputzdose vorhanden ist. Beispiel: Die Gira SCHUKO-Steckdose 16 A 250 V~ mit Klappdeckel, Wassergeschützt Aufputz (WG AP) ist im Datenblatt mit IP44 angegeben, für starre und flexible Leiter von 1,5 bis 2,5 mm²; die Variante mit erhöhtem Berührungsschutz (Safety Plus) für 0 °C bis 45 °C Umgebungstemperatur.
  • Unterputz (UP): Die Steckdose sitzt in einer Dose in der Wand, nur Abdeckung und Klappdeckel stehen vor. Prüfen Sie im Datenblatt, welche Schutzart für die komplette Kombination aus Einsatz, Rahmen und Deckel angegeben ist.
  • Doppel- und Mehrfachsteckdosen: Elektro+ empfiehlt für den Außenbereich mindestens eine Mehrfachsteckdose mit drei Anschlüssen. Es gibt sie als Aufputz-Kombination, etwa die Gira Doppelsteckdose senkrecht mit Klappdeckel.
  • Energiesäulen: Mehrere Steckdosen auf einer Säule im Garten, über ein im Erdreich verlegtes Kabel angeschlossen; laut Elektro+ ideal in Sand oder steinfreiem Boden.

Feste Verbraucher wie eine Teichpumpe oder eine Zisternenpumpe gehören laut Elektro+ nicht an die Gartensteckdose, sondern an einen eigenen Stromkreis.

03 / Sicherheit

FI-Schutzschalter und Schutz vor fremder Nutzung

  1. 01

    FI-Schutzschalter

    Für alle Steckdosen-Stromkreise im Freien Pflicht (Elektro+). Ein FI-Schalter mit höchstens 30 mA Auslösestrom begrenzt das Risiko einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung auf ein Minimum. Typ A erfasst die meisten üblichen Fehlerströme.

  2. 02

    Allpolig abschaltbar

    Außen zugängliche Steckdosen müssen gegen Manipulation und unbefugte Benutzung gesichert werden, etwa durch einen Schalter, der nur im Haus bedient werden kann.

  3. 03

    Abschließbar

    Alternativ gibt es Außensteckdosen mit Sicherheitsschloss, damit Unbefugte keinen Zugriff haben (Elektro+).

  4. 04

    Klappdeckel geschlossen halten

    Der Deckel schützt gegen Wasser, Staub und Schmutz.

  5. 05

    Keine Provisorien

    Keine Verlängerungskabel oder Mehrfachstecker im Außenbereich; laut Elektro+ ein Stolper- und Sicherheitsrisiko.

04 / Smart

WLAN-Outdoor-Steckdosen

Eine WLAN-Outdoor-Steckdose wie die Tapo P410M ist ein Zwischenstecker: Sie wird in eine vorhandene Außensteckdose gesteckt und schaltet angeschlossene Geräte per App, Zeitplan oder Sprachbefehl. Laut Hersteller ist sie IP54-spritzwassergeschützt, für -20 °C bis 50 °C ausgelegt, Matter-zertifiziert und für eine Maximallast von 3.680 W bzw. 16 A. Sie ersetzt weder den FI-Schutzschalter noch eine fest installierte Außensteckdose. Elektro+ rät bei smarten Geräten im Garten zu einer sicheren Router- und Netzwerkkonfiguration und verschlüsselten Verbindungen. Für schwaches WLAN im Garten nennt Elektro+ Repeater, Mesh-Systeme oder ein Erdkabel mit etwa 60 bis 80 cm Verlegetiefe.

05 / Rechtslage

Wer darf eine Außensteckdose installieren?

Eine neue Steckdose ist eine Erweiterung der elektrischen Anlage. Nach § 13 Abs. 2 NAV dürfen die Anlage hinter der Hausanschlusssicherung außer dem Netzbetreiber nur in ein Installateurverzeichnis eingetragene Installationsunternehmen errichten, erweitern oder ändern; Instandhaltungsarbeiten sind davon ausgenommen (außer zwischen Hausanschlusssicherung und Zähler). Elektro+ empfiehlt für den Außenbereich ohnehin die Planung durch einen Elektrofachbetrieb: Sonst kann es passieren, dass Versicherungen Schäden nicht tragen. Was Laien an Steckdosen selbst tun dürfen, steht in Steckdose anschließen.

Häufige Fragen

Steckdose außen: häufige Fragen

Welche Schutzart braucht eine Steckdose außen?

Mindestens IP44, an dauerhaft exponierten Stellen besser IP54 oder höher, bei direktem Wasserkontakt IP65 oder IP67 (Elektro+).

Braucht eine Außensteckdose einen FI-Schalter?

Ja. Laut Elektro+ sind FI-Schutzschalter für alle Steckdosen-Stromkreise außerhalb des Hauses Pflicht; üblich ist ein Auslösestrom von höchstens 30 mA.

Aufputz oder Unterputz außen?

Aufputz sitzt auf der Wand und eignet sich, wo keine Unterputzdose vorhanden ist; Unterputz sitzt in der Wand. Entscheidend ist die Schutzart der kompletten Steckdose laut Datenblatt.

Darf ich eine Außensteckdose selbst installieren?

Eine neue Steckdose ist eine Erweiterung der Anlage; nach § 13 NAV dürfen das nur der Netzbetreiber oder eingetragene Installationsbetriebe.

Wie schütze ich die Außensteckdose vor fremder Nutzung?

Mit einem Schalter im Haus, der die Steckdose allpolig abschaltet, oder mit einer abschließbaren Außensteckdose.

Ist eine WLAN-Outdoor-Steckdose wasserdicht?

Die Tapo P410M ist laut Hersteller IP54-spritzwassergeschützt, nicht wasserdicht für direkten Wasserkontakt; sie braucht eine vorhandene Außensteckdose.

Quellen und Methode

Quellen

Brancheninitiative, Hersteller und Verordnung, abgerufen am 2. November 2026 (02/11/2026).

Strom im Garten geplant?

Lassen Sie Außensteckdosen mit FI-Schutz, passender Schutzart und Abschaltung von innen von einem eingetragenen Elektrobetrieb installieren.

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