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Wartungsratgeber · Heizung

Heizung entlüften: Heizkörper Schritt für Schritt entlüften und den Druck prüfen

Ein Heizkörper, der unten warm und oben kalt ist, oder gluckernde Rohre zeigen meist Luft im Heizkreislauf. Entlüften dauert nur wenige Minuten und sorgt mit derselben Energie für gleichmäßige Wärme. Hier lesen Sie, wie Sie Ihre Heizkörper entlüften, wie Sie danach den Heizungsdruck prüfen und was Sie tun können, wenn ein Heizkörper kalt bleibt.

Schritt für Schritt · Aktualisiert am 24. Oktober 2026

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Schalten Sie die Heizung samt Umwälzpumpe aus, drehen Sie die Thermostatventile ganz auf und warten Sie 30 bis 60 Minuten, bis sich die Luft oben im Heizkörper gesammelt hat. Halten Sie ein Glas und ein Tuch unter das Entlüftungsventil, öffnen Sie es mit dem Entlüftungsschlüssel eine Viertel- bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn und schließen Sie es, sobald Wasser statt Luft austritt. Prüfen Sie zum Schluss den Heizungsdruck am Manometer: Bei wandhängenden Gasthermen liegt er im kalten Zustand meist zwischen 1 und 1,5 bar. Maßgeblich ist der Wert in der Anleitung Ihrer Anlage.

  • Entlüften Sie einmal im Jahr vor der Heizperiode und immer dann, wenn ein Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt.
  • Öffnen Sie das Ventil nur ein Stück: Herausdrehen müssen Sie es nie.
  • Müssen Sie ständig entlüften, dringt irgendwo Luft ein: Dann gehört die Anlage in die Hände eines Fachbetriebs.
Gemütliches Wohnzimmer im Winter
Ein Heizkörper, der oben kalt bleibt, enthält meist Luft.
01 / Wann

Wann Sie die Heizung entlüften sollten

  • Vor der Heizperiode, etwa im Oktober oder November.
  • Wenn ein Heizkörper nur unten oder nur oben warm wird.
  • Wenn Sie Gluckern, Rauschen oder Plätschern in Heizkörpern oder Rohren hören.
  • Nach einer Wartung, nach dem Austausch eines Heizkörpers oder wenn die Anlage neu befüllt wurde.
  • Wenn der Heizungsdruck fällt und Sie häufig nachfüllen müssen: Lassen Sie dann auch nach Undichtigkeiten suchen.

Drehen Sie die Heizung vorher kurz auf und fühlen Sie, welche Heizkörper ungleichmäßig warm werden. Schalten Sie sie dann zum Entlüften wieder aus.

02 / Werkzeug

Was Sie brauchen

  • Einen Entlüftungsschlüssel (Vierkantschlüssel); bei manchen Ventilen genügt ein Schlitzschraubendreher oder eine Kombizange.
  • Ein Glas, eine Tasse oder einen kleinen Eimer und ein Tuch.
  • Handschuhe, falls die Heizkörper noch warm sind.
  • Freien Blick auf das Manometer der Heizung.
03 / Anleitung

Heizkörper entlüften Schritt für Schritt

  1. 01

    Heizung und Umwälzpumpe ausschalten

    So steigt die Luft nach oben, und Sie schützen sich vor heißem Wasser. Kommen Sie an die Pumpe nicht heran, schalten Sie zumindest den Heizkreis Ihrer Wohnung ab.

  2. 02

    Thermostatventile aufdrehen

    Stellen Sie alle Thermostate auf die höchste Stufe.

  3. 03

    Warten

    Lassen Sie den Heizkörpern 30 bis 60 Minuten Zeit zum Abkühlen, damit sich die Luft oben sammelt.

  4. 04

    Entlüftungsventil finden

    Es sitzt oben seitlich am Heizkörper, meist gegenüber dem Thermostatventil.

  5. 05

    Glas und Tuch bereithalten

    Halten Sie beides unter das Ventil; das Wasser kann dunkel und noch warm sein.

  6. 06

    Ventil langsam öffnen

    Drehen Sie den Schlüssel eine Viertel- bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn. Die Luft entweicht zischend.

  7. 07

    Auf Wasser warten

    Kommt nur noch Wasser ohne Zischen und Spritzen, ist der Heizkörper entlüftet.

  8. 08

    Ventil schließen

    Im Uhrzeigersinn zudrehen, bis es dicht ist, ohne Gewalt, damit Gewinde und Dichtung heil bleiben.

  9. 09

    Die übrigen Heizkörper entlüften

    Bei der Reihenfolge sind sich die Hersteller nicht einig: Manche beginnen mit dem höchstgelegenen Heizkörper, andere im untersten Stockwerk. Halten Sie sich an die Anleitung Ihrer Anlage.

  10. 10

    Pumpe einschalten und Druck prüfen

    Schalten Sie die Heizung wieder ein und lesen Sie das Manometer ab.

  11. 11

    Ergebnis kontrollieren

    Lassen Sie die Heizung mindestens eine Stunde laufen und prüfen Sie dann vor allem den Heizkörper, der am weitesten vom Kessel entfernt ist.

04 / Heizungsdruck

Heizungsdruck prüfen und Wasser nachfüllen

Beim Entlüften tritt neben Luft auch etwas Wasser aus, und der Druck in der Anlage sinkt. Bei wandhängenden Gasthermen in Wohnungen und Einfamilienhäusern liegt der richtige Druck im kalten Zustand meist zwischen 1 und 1,5 bar; im Betrieb steigt er auf etwa 2 bar. Fällt er kalt unter 1 bar, fehlt Wasser, oder es gibt ein Leck. Steigt er über 3 bar, öffnet das Sicherheitsventil und lässt Wasser ab.

Hersteller und Verbraucherberatung empfehlen, das Nachfüllen einem Fachbetrieb zu überlassen: Normales Leitungswasser ist für moderne Anlagen oft ungeeignet, und das Heizungswasser muss passend aufbereitet sein. Mieterinnen und Mieter sollten keinesfalls selbst nachfüllen. Wenn Sie als Eigentümer nach der Anleitung Ihrer Heizung selbst nachfüllen:

  1. 01

    Fülleinrichtung finden

    Den Füllhahn bzw. das Füllventil der Anlage laut Anleitung anschließen.

  2. 02

    Langsam öffnen

    Den Anstieg am Manometer beobachten.

  3. 03

    Rechtzeitig schließen

    Bei 1,2 bis 1,5 bar oder dem Wert aus Ihrer Anleitung die Wasserzufuhr schließen. Zu viel Druck lässt das Sicherheitsventil auslösen.

  4. 04

    Störung quittieren

    Manche Thermen müssen nach einer Druckstörung zurückgesetzt werden.

Verliert die Anlage alle paar Tage Druck, ohne dass Sie entlüftet haben, stecken meist ein Leck, ein defektes Ausdehnungsgefäß oder eine defekte Pumpe dahinter: Rufen Sie einen Heizungsfachbetrieb.

05 / Automatische Entlüfter

Automatische Entlüfter

Viele Anlagen haben automatische Entlüftungsventile (Schnellentlüfter), die laufend Luft ablassen. Sie erleichtern die Wartung, verschleißen aber mit der Zeit und wirken nur an der Stelle, an der sie sitzen. Sammelt sich immer wieder Luft im selben Heizkörper, kann ein Fachbetrieb dort einen automatischen Entlüfter setzen oder die ganze Anlage mit einem Entgaser ausstatten.

06 / Bleibt kalt

Wenn der Heizkörper nach dem Entlüften kalt bleibt

Weitere mögliche Ursachen
Anzeichen Mögliche Ursache Was Sie tun können
Unten kalt, oben warm Ablagerungen und Schlamm im Heizkörper Heizkörper oder Anlage vom Fachbetrieb spülen lassen
Ganz kalt Thermostatventil hängt nach langer Pause fest Thermostat mehrmals ganz auf- und zudrehen; sonst Fachbetrieb
Entfernte Heizkörper nur lauwarm Anlage ist hydraulisch nicht abgeglichen Hydraulischen Abgleich vom Fachbetrieb machen lassen
Kein Heizkörper wird warm Pumpe aus, Druck zu niedrig oder Störung am Kessel Manometer, Pumpe und Anzeige der Therme prüfen
Sie müssen ständig entlüften Luft dringt ein, etwa über Dichtungen oder ein defektes Ausdehnungsgefäß Anlage prüfen lassen
07 / Abgleich

Hydraulischer Abgleich

Werden die Heizkörper nahe am Kessel sehr heiß und die entfernten kaum warm, nimmt das Wasser den Weg des geringsten Widerstands. Beim hydraulischen Abgleich stellt ein Fachbetrieb die Ventile so ein, dass jeder Raum genau die Wärme bekommt, die er braucht, und die Wärme verteilt sich gleichmäßiger. Als Mieterin oder Mieter melden Sie ungleich warme Heizkörper der Hausverwaltung und notieren dazu, welche Räume wann betroffen sind.

08 / Heizungswasser

Schlamm und Heizungswasser

Mit den Jahren lösen sich durch Korrosion Teilchen im Heizungswasser, die sich als Schlamm unten in Heizkörpern und im Kessel absetzen und Leitungen verstopfen können. Anzeichen sind Heizkörper, die unten kalt bleiben, und sehr dunkles Wasser beim Entlüften. Ein Fachbetrieb kann die Anlage spülen und das Heizungswasser nach der Richtlinie VDI 2035 aufbereiten, was vor dem Einbau eines neuen Kessels oder einer Wärmepumpe besonders sinnvoll ist.

09 / Fußbodenheizung

Fußbodenheizung und Wärmepumpe

Auch bei Fußbodenheizungen und Wärmepumpen stört Luft den Wasserfluss und kostet Effizienz. Fußbodenheizungen werden am Heizkreisverteiler entlüftet, ein Heizkreis nach dem anderen, und dürfen nie mit unbehandeltem Leitungswasser befüllt werden. Weil dabei leicht Schäden entstehen, ist das eine Aufgabe für den Fachbetrieb; in Mietwohnungen ist der Vermieter zuständig. Bei Wärmepumpen gilt die Anleitung des Herstellers; im Zweifel lassen Sie das Entlüften bei der jährlichen Wartung erledigen.

Häufige Fragen

Heizung entlüften: häufige Fragen

Wie oft sollte man die Heizung entlüften?

Einmal im Jahr vor der Heizperiode und zusätzlich, wenn Heizkörper gluckern oder oben kalt bleiben.

Muss die Heizung beim Entlüften aus sein?

Ja: Heizung und Umwälzpumpe ausschalten und 30 bis 60 Minuten warten. Vorher können Sie die Heizung kurz aufdrehen, um kalte Heizkörper zu finden.

Welchen Heizkörper entlüfte ich zuerst?

Das handhaben die Hersteller unterschiedlich, manche beginnen oben, andere unten. Folgen Sie der Anleitung Ihrer Anlage.

Muss ich nach dem Entlüften Wasser nachfüllen?

Prüfen Sie das Manometer. Liegt der Druck kalt unter dem Wert aus Ihrer Anleitung, meist 1 bis 1,5 bar bei Gasthermen, lassen Sie am besten einen Fachbetrieb nachfüllen.

Was tun, wenn weder Luft noch Wasser kommt?

Das Ventil kann verstopft oder festgerostet sein. Wenden Sie keine Gewalt an und lassen Sie es von einem Heizungsfachbetrieb prüfen oder tauschen.

Darf ich als Mieter die Heizung entlüften?

Fragen Sie vorher Ihre Hausverwaltung. Bei Heizungsproblemen ist in der Regel der Vermieter zuständig, und Wasser nachfüllen sollten Mieter keinesfalls selbst.

Quellen und Methode

Quellen

Herstellerangaben und Verbraucherinformationen, abgerufen am 24. Oktober 2026. Maßgeblich ist immer die Anleitung Ihrer Heizung.

Heizung immer noch nicht richtig warm?

Bleiben Heizkörper nach dem Entlüften kalt oder fällt der Druck immer wieder, lassen Sie die Anlage von einem Heizungsfachbetrieb warten.

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