Ir al contenido principal

arreglisimo.com

Praxisratgeber · Schädlinge im Haushalt

Silberfischchen und Papierfischchen: woher sie kommen und was wirklich hilft

Silberfischchen huschen nachts durch Bad und Küche, Papierfischchen fühlen sich auch im Wohnzimmer und im Bücherregal wohl. Beide sind für Menschen harmlos und verraten Ihnen viel über das Raumklima und die Kartons in Ihrer Wohnung. Hier erfahren Sie, wie Sie die beiden Arten auseinanderhalten und mit einfachen Maßnahmen dauerhaft vertreiben.

Praxisratgeber · Aktualisiert am 24. Oktober 2026

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Das Silberfischchen (Lepisma saccharina) ist knapp 1 cm lang, spitz zulaufend, silbrig grau, hat lange Fühler und drei Schwanzanhänge. Es braucht sehr feuchte Luft und lebt deshalb vor allem in Bad, Küche und Keller. Das Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum) ist mit etwa 15 mm größer, eher bräunlich und kommt mit normaler Wohnraumluft zurecht: Es frisst Papier und Karton und kann echte Schäden anrichten. Gegen Silberfischchen helfen Lüften und Trocknen, Ritzen abdichten, Saugen und Klebefallen. Bei Papierfischchen kommt dazu: Kartons schnell entsorgen und bei hartnäckigem Befall einen Fachbetrieb holen.

  • Beide stechen und beißen nicht und übertragen keine Krankheiten.
  • Viele Silberfischchen sind ein Hinweis auf zu viel Feuchtigkeit und damit auf Schimmelgefahr.
  • Sprays töten nur die Tiere, die Sie gerade sehen.
Zimmerecke mit Schimmel neben einem Fenster mit Kondenswasser
Silberfischchen lieben Feuchtigkeit: Kondenswasser, schlecht gelüftete Bäder und undichte Leitungen.
01 / Was sie sind

Silberfischchen und Papierfischchen im Überblick

Beide sind flügellose Urinsekten, die sich schlängelnd wie kleine Fische bewegen. Sie sind nachtaktiv und lichtscheu: Man sieht sie, wenn man nachts im Bad das Licht einschaltet oder einen Karton verschiebt. Silberfischchen können mehrere Monate ohne Nahrung auskommen und bis zu vier Jahre alt werden. Das Papierfischchen hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet, vor allem über den Versandhandel: Es reist in Wellpappe, Füllmaterial und auf Paletten mit.

So unterscheiden Sie die Tiere
Tier Aussehen Wo es auftaucht
Silberfischchen Silbrig grau, spitz zulaufend, drei Schwanzanhänge, etwa 7 bis 12 mm Feuchte Räume: Bad, Küche, Waschküche, Keller
Papierfischchen Eher braun als silbern, etwa 15 mm Auch in normal temperierten, trockeneren Wohnräumen; bei Büchern, Papier und Kartons; manchmal tagsüber aktiv
Ofenfischchen Schwarz-gelb geschuppt, bis 12 mm Sehr warme Orte: Bäckereien, Heizungsräume, Wäschereien
Kellerassel Grau, oval, sieben Beinpaare; ein Krebstier, bis 12 mm Keller, feuchte Ecken, unter Gegenständen
Junge Schabe Braun, lange Beine und Fühler Küche, hinter Geräten
02 / Ursachen

Warum Sie Silberfischchen haben

  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Silberfischchen fühlen sich bei 75 % relativer Luftfeuchte und mehr wohl; in trockener Luft vermehren sie sich kaum.
  • Feuchtequellen: ein tropfendes Rohr unter der Spüle, undichte Silikonfugen in der Dusche, Wäsche, die im Bad ohne Fenster trocknet.
  • Ritzen und Fugen: lose Tapeten, offene Fliesenfugen, Spalten hinter Sockelleisten.
  • Futter: Stärke und Zucker, Hautschuppen, Haare, Tapetenkleister, Hausstaubmilben und Schimmel.
  • Papier und Karton: Für Papierfischchen sind gelagerte Versandkartons, Bücher und Zeitschriften die wichtigste Nahrungsquelle.

Treten auf einmal sehr viele Silberfischchen auf, steckt oft ein baulicher Grund dahinter, zum Beispiel ein Wasserschaden oder schlechte Lüftung. Prüfen Sie dann die Wände in der Nähe auf feuchte Stellen und lesen Sie unseren Hinweis zum Schimmel weiter unten.

03 / Loswerden

Silberfischchen bekämpfen Schritt für Schritt

  1. 01

    Luftfeuchte messen

    Ein einfaches Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchte. Das Umweltbundesamt empfiehlt 40 bis 60 %.

  2. 02

    Richtig lüften

    Im Winter zwei- bis dreimal täglich etwa fünf Minuten stoßlüften, nach dem Duschen oder Kochen 5 bis 10 Minuten. Dauerhaft gekippte Fenster bringen wenig und kühlen die Wände aus.

  3. 03

    Feuchtequellen beheben

    Siphons, Schläuche, Silikonfugen und den Fuß der Toilette prüfen. Nach dem Duschen die Fliesen mit einem Abzieher trocknen.

  4. 04

    Gründlich saugen

    Fugen, Ritzen, Sockelleisten, Schrankböden und die Bereiche hinter Möbeln regelmäßig aussaugen.

  5. 05

    Papier und Karton reduzieren

    Versandkartons nur kurz aufbewahren, Dokumente und Bücher in geschlossenen Kunststoffboxen lagern, alte Kartons aus Keller und Dachboden entsorgen.

  6. 06

    Ritzen abdichten

    Offene Fugen, Spalten hinter Sockelleisten und Rohrdurchführungen mit Silikon oder Spachtelmasse schließen.

  7. 07

    Abflüsse abends verschließen

    Silberfischchen halten sich gern in Abflüssen von Waschbecken und Badewanne auf. Mit Stopfen über Nacht bleiben sie dort.

  8. 08

    Klebefallen aufstellen

    Insektizidfreie, feuchtigkeitsbeständige Fallen in Ecken und an Wänden zeigen, wo sich die Tiere sammeln, und fangen einige ein.

  9. 09

    Nach zwei bis drei Wochen kontrollieren

    Füllen sich die Fallen weiter, gibt es noch eine unentdeckte Feuchtequelle oder ein Versteck.

04 / Papierfischchen

Besonderheiten beim Papierfischchen

Papierfischchen mögen 20 bis 25 °C und 55 bis 80 % relative Luftfeuchte, also ganz normale Wohnbedingungen. Lüften allein reicht deshalb selten. Wichtig sind:

  • Papier und Karton geschlossen aufbewahren und Wellpappe nach dem Auspacken direkt ins Altpapier geben.
  • Verstecke abdichten, vor allem hinter Sockelleisten und in Regalen mit Büchern.
  • Befallene Bücher oder Unterlagen in Beuteln einfrieren.
  • Bei anhaltendem Befall einen Fachbetrieb beauftragen: Laut Umweltbundesamt ist die Bekämpfung schwierig und gehört in professionelle Hände.
05 / Schäden

Was die Tiere beschädigen

Silberfischchen beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. In normaler Zahl richten sie kaum Schaden an; bei starkem Befall fressen sie kleine Löcher in gestärkte Textilien, Bucheinbände und Tapeten und können Lebensmittel verunreinigen. Papierfischchen sind anders: Sie können an Büchern, Papier, Fotos und Tapeten erhebliche Schäden verursachen, in Wohnungen ebenso wie in Bibliotheken und Museen.

06 / Fachbetrieb

Wann Sie einen Schädlingsbekämpfer rufen sollten

  • Die Tiere tauchen in mehreren Räumen auf, obwohl Sie die Feuchtigkeit gesenkt haben.
  • Sie haben Papierfischchen und die Zahl nimmt trotz Ihrer Maßnahmen zu.
  • Bücher, Dokumente oder wertvolle Sammlungen werden beschädigt.
  • Sie vermuten einen Bauschaden, etwa aufsteigende Feuchtigkeit oder eine undichte Leitung; als Mieter informieren Sie Ihre Vermieterin oder Ihren Vermieter.
Häufige Fragen

Silberfischchen und Papierfischchen: häufige Fragen

Sind Silberfischchen gefährlich?

Nein. Sie stechen und beißen nicht und übertragen keine Krankheiten, zeigen aber zu hohe Luftfeuchtigkeit an.

Was ist der Unterschied zwischen Silberfischchen und Papierfischchen?

Papierfischchen sind mit etwa 15 mm größer, eher braun und leben auch in trockeneren Räumen. Sie fressen bevorzugt Papier und Karton und können deutlich mehr Schaden anrichten.

Warum habe ich Papierfischchen, obwohl die Wohnung trocken ist?

Papierfischchen kommen mit normaler Wohnraumluft zurecht und werden häufig mit Versandkartons eingeschleppt. Lagern Sie Kartons nur kurz.

Was hilft dauerhaft gegen Silberfischchen?

Trockene Luft, weniger Papier und Staub als Futter und abgedichtete Verstecke. Mit Klebefallen kontrollieren Sie den Erfolg.

Kommen Silberfischchen aus dem Abfluss?

Sie halten sich gern in Abflüssen von Waschbecken und Badewanne auf. Verschließen Sie diese über Nacht und dichten Sie offene Fugen ab.

Heißt ein Silberfischchen, dass ich Kakerlaken habe?

Nein, das sind ganz verschiedene Insekten. Beide mögen aber feuchte, versteckte Ecken.

Quellen und Methode

Quellen

Offizielle Quellen, abgerufen am 24. Oktober 2026.

Trotz Lüften noch Silberfischchen?

Messen Sie eine Woche lang die Luftfeuchte und notieren Sie, in welchen Räumen die Tiere auftauchen, bevor Sie Hilfe holen.

Alle Ratgeber auf Deutsch ↗