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Praxisratgeber · Schädlinge im Haushalt

Bettwanzen: erkennen, richtig reagieren und dauerhaft loswerden

Bettwanzen reisen in Koffern und gebrauchten Möbeln mit und tauchen auch in blitzsauberen Wohnungen auf. Mit einem ruhigen, planvollen Vorgehen bestätigen Sie den Verdacht schnell, halten den Befall auf einen Raum begrenzt und werden die Tiere gemeinsam mit einem Fachbetrieb dauerhaft los. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie das gelingt.

Praxisratgeber · Aktualisiert am 2. November 2026

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Die Gemeine Bettwanze (Cimex lectularius) ist ein flaches, rotbraunes Insekt von etwa 5 bis 6 mm, ungefähr so groß wie ein Apfelkern, und saugt nachts Blut. Typische Anzeichen sind juckende Stiche in einer Reihe oder Gruppe, schwarze Kotpunkte an Matratzennähten und Lattenrost sowie winzige Blutflecken auf der Bettwäsche. Ein Befall lässt sich in aller Regel nur mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer vollständig beseitigen. Bis er kommt: im Schlafzimmer bleiben, nichts aus dem Raum tragen, Spuren liegen lassen. In Absprache mit dem Fachbetrieb helfen Waschen bei 60 °C, der Trockner bei 60 °C und Einfrieren bei −18 °C für drei Tage.

  • Schlafen Sie weiter im befallenen Raum: Ein Wechsel des Schlafplatzes verteilt die Tiere in der Wohnung.
  • Verpacken Sie befallene Gegenstände dicht in Plastik, bevor sie die Wohnung verlassen.
  • Sprays und Vernebler aus dem Internet lösen das Problem kaum und können es verschlimmern.
01 / Anzeichen

Woran Sie Bettwanzen erkennen

  • Stiche an Gesicht, Hals, Armen oder Beinen, oft in einer Reihe (die sogenannte Bettwanzenstraße) oder in Gruppen.
  • Schwarze Kotpunkte an Matratzennähten, Lattenrost, Bettgestell, hinter Bildern und an Lichtschaltern. So erkennen Sie Bettwanzenkot: Die Punkte entstehen, wenn die Tiere auf dem Weg zurück in ihr Versteck Kot abgeben. Sie können auch von einem älteren Befall stammen.
  • Kleine Blutflecken auf Bettwäsche oder Schlafanzug.
  • Häutungshüllen (leere Hüllen der Jungtiere) und milchig-weiße Eier von etwa 0,5 mm in Ritzen und Nähten.
  • Ein süßlicher Geruch, der an Bittermandel erinnert, bei starkem Befall.
  • Lebende Tiere: flach, rotbraun, vollgesogen bis zu 9 mm groß und dunkelrot bis schwarz.

Stiche allein beweisen keinen Befall: Hautreaktionen sehen sehr unterschiedlich aus, und gerade im Sommer kommen auch Mücken oder Flöhe infrage. Entscheidend sind Tiere, Kotspuren und Häutungshüllen.

02 / Woher sie kommen

Wie bekommt man Bettwanzen und was machen sie?

Bettwanzen werden meist passiv eingeschleppt: versteckt in Reisegepäck, gebrauchten Möbeln und ähnlichen Gegenständen. Für die Zunahme der Fälle nennt das Umweltbundesamt das Reisen, den Handel mit Gebrauchtwaren und Resistenzen gegen Wirkstoffe, und zwar unabhängig von hygienischen und sozialen Bedingungen. Die Tiere werden von Körperwärme, Kohlendioxid und Körpergeruch angelockt, saugen etwa drei bis zehn Minuten Blut und kehren dann in ihre Verstecke zurück, wo sie sich in Gruppen aufhalten. Ein „Nest“ im eigentlichen Sinn gibt es nicht: Suchen Sie die Verstecke rund ums Bett ab (siehe nächster Abschnitt).

03 / Verstecke

Wo sich Bettwanzen verstecken

Stellen, die Sie mit einer Taschenlampe prüfen sollten
Bereich Worauf Sie achten
Matratze Nähte, Keder, Etiketten und Griffe
Lattenrost und Bettgestell Latten, Ecken, Verbindungen, Schrauben
Kopfteil Übergang zur Wand, Ritzen, Bohrlöcher
Nachttisch Schubladen innen, Fugen und Ecken
Wände Fußleisten, Lichtschalter, Steckdosen, Bilderrahmen, lose Tapeten
Schlafsofa und Polstermöbel Nähte, unter den Kissen, Gestell
Reisegepäck Nähte und Innentaschen von Koffern und Taschen

Bettwanzen leben in der Nähe des Schlafplatzes, kommen vor allem nachts heraus und können mehrere Monate ohne Nahrung überleben. Wer die Wohnung für einige Wochen verlässt, hungert sie also nicht aus.

04 / Erste Schritte

Was Sie bei Verdacht sofort tun sollten

  1. 01

    Verdacht prüfen

    Suchen Sie Matratzennähte, Lattenrost und Kopfteil mit einer Taschenlampe ab und fotografieren Sie, was Sie finden. Die Fotos helfen dem Fachbetrieb bei der Diagnose.

  2. 02

    Im Schlafzimmer bleiben

    Schlafen Sie möglichst weiter im befallenen Raum. Wer umzieht, nimmt die Tiere mit in andere Zimmer.

  3. 03

    Nichts aus dem Raum tragen

    Lassen Sie Möbel, Kleidung und Bettwäsche im Zimmer, solange es sich vermeiden lässt. Nur die Kleidung, die Sie tragen, verlässt den Raum.

  4. 04

    Spuren für die Inspektion lassen

    Räumen Sie vor dem Termin weder auf noch putzen oder saugen Sie das Zimmer, und lassen Sie die Heizung auf der gewohnten Temperatur. So findet der Fachbetrieb die Verstecke schneller.

  5. 05

    Fachbetrieb beauftragen

    Ein seriöser Schädlingsbekämpfer kommt zuerst zur Besichtigung und stellt eine eindeutige Diagnose. Adressen finden Sie zum Beispiel über den Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband.

  6. 06

    Textilien heiß waschen

    Nach Absprache: Kleidung und Bettwäsche im längsten Programm bei mindestens 40 °C, besser bei 60 °C waschen oder im Trockner bei 60 °C behandeln. Transportieren Sie die Wäsche in verschlossenen Säcken zur Maschine.

  7. 07

    Einfrieren, was sich nicht waschen lässt

    Bücher und kleine Gegenstände locker in Plastikbeutel packen, gut verschließen und drei Tage bei −18 °C ins Gefrierfach oder die Tiefkühltruhe legen.

  8. 08

    Matratzenschutz aufziehen

    Ein geprüfter, durchgehend verschließbarer Bettwanzen-Schutzbezug (Encasement) schließt verbliebene Tiere ein und erleichtert die Kontrolle.

  9. 09

    Nachkontrolle einplanen

    Melden Sie dem Fachbetrieb neue Stiche, Kotspuren oder lebende Tiere sofort. Nach etwa zwei bis drei Wochen steht eine Nachkontrolle an.

05 / Behandlung

Bettwanzen entfernen: welche Methoden wirken

Methoden und ihre Grenzen
Methode Wie sie wirkt Grenzen
Waschen bei 60 °C, Trockner bei 60 °C Hitze tötet Tiere und Eier Nur für waschbare Textilien
Einfrieren bei −18 °C Drei Tage im Gefriergerät, locker verpackt Nur was hineinpasst; das Gerät muss −18 °C erreichen
Professionelle Wärmebehandlung Der Raum wird mindestens 12 Stunden auf 50 bis 60 °C gebracht Spezialgeräte; dauert insgesamt 24 bis 48 Stunden
Insektizide vom Fachbetrieb Gezielt in Verstecke und als Barriere auf den Laufwegen Mehrere Behandlungen über Wochen; Nachkontrolle
Sprays und Vernebler aus dem Handel Töten nur bei direktem Kontakt Wirken schlecht und können die Tiere in andere Räume treiben

Mit Insektiziden ist ein Befall selten nach einer einzigen Behandlung erledigt, weil die üblichen Mittel gegen die Eier wenig ausrichten. Der Fachbetrieb wiederholt die Behandlung, bis keine lebenden Tiere mehr zu finden sind. Eine Wärmebehandlung kann bei richtiger Durchführung schon beim ersten Mal alle Tiere abtöten. Kontrollieren Sie das Bett danach noch einige Monate regelmäßig.

06 / Vorbeugen

So bringen Sie keine Bettwanzen mit nach Hause

  • Prüfen Sie im Hotel oder in der Ferienwohnung Bett und Matratze, bevor Sie auspacken, und verlangen Sie bei Spuren ein anderes Zimmer.
  • Lassen Sie den Koffer geschlossen und weit weg vom Bett, am besten auf dem Kofferständer.
  • Packen Sie zu Hause in der Badewanne aus: Dort fallen flüchtende Tiere sofort auf. Reisekleidung kommt direkt in die Waschmaschine.
  • Untersuchen Sie gebrauchte Möbel, Matratzen und Sperrmüllfunde gründlich, bevor sie in die Wohnung kommen.
  • Informieren Sie in Mehrfamilienhäusern die Hausverwaltung: Bei starkem Befall wandern Bettwanzen in Nachbarwohnungen.
07 / Fehler

Fehler, die einen Befall verschlimmern

  • Sprays, Vernebler oder frei verkäufliche Mittel aus dem Internet auf eigene Faust einsetzen.
  • Möbel oder Kleidung in andere Zimmer oder Wohnungen bringen.
  • Befallene Matratzen oder Möbel unverpackt an die Straße stellen.
  • Die Behandlung abbrechen, sobald die Stiche nachlassen: Aus Eiern schlüpfen später neue Tiere.
  • Mit brennbaren Flüssigkeiten wie Alkohol oder Benzin hantieren: Das ist gefährlich und löst das Problem nicht.
Häufige Fragen

Bettwanzen: häufige Fragen

Kann man Bettwanzen mit bloßem Auge sehen?

Ja. Erwachsene Tiere sind fünf bis sechs Millimeter groß und rotbraun, die Jungtiere kleiner und blass. Eier sieht man meist nur mit einer Lupe.

Übertragen Bettwanzen Krankheiten?

Eine Übertragung von Krankheitserregern ist bisher nicht nachgewiesen. Belastend sind vor allem Juckreiz, entzündete Kratzwunden und schlechter Schlaf.

Muss ich meine Matratze wegwerfen?

Meist nicht: Nach einer professionellen Behandlung und mit einem Schutzbezug können Sie sie behalten. Soll sie weg, verpacken Sie sie vorher dicht in Folie.

Bei welcher Temperatur sterben Bettwanzen?

Waschen bei 60 °C oder der Trockner bei 60 °C tötet Tiere und Eier in Textilien. Im Gefriergerät reichen drei Tage bei −18 °C.

Wie lange überleben Bettwanzen ohne Nahrung?

Mehrere Monate. Ein leerstehendes Zimmer hungert sie deshalb nicht aus.

Kann ich Bettwanzen selbst loswerden?

Waschen, Einfrieren und Schutzbezüge helfen, doch ein Befall lässt sich in der Regel nur mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer vollständig beseitigen.

Wie finde ich einen seriösen Schädlingsbekämpfer?

Ein guter Betrieb besichtigt zuerst, stellt eine eindeutige Diagnose und erklärt die eingesetzten Mittel. Wer eine sichere Lösung mit nur einer chemischen Behandlung verspricht, ist mit Vorsicht zu genießen.

Quellen und Methode

Quellen

Offizielle Quellen, abgerufen am 24. Oktober 2026.

Bettwanzen entdeckt?

Fotografieren Sie die Spuren und notieren Sie, welche Räume betroffen sind, bevor Sie einen Termin vereinbaren.

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