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Praxisratgeber · Elektrik

Steckdose anschließen oder einbauen: was die Niederspannungsanschlussverordnung erlaubt, wann ein eingetragener Elektrobetrieb nötig ist und die 5 Sicherheitsregeln

Eine neue Steckdose in der Küche, eine zusätzliche im Wohnzimmer oder eine wackelige Dose, die getauscht werden soll: Anleitungen zum Selbermachen gibt es viele. In Deutschland regelt aber eine Verordnung, wer an der Hausinstallation arbeiten darf, und Fehler können Brand oder Stromschlag verursachen. Dieser Ratgeber erklärt, was die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) sagt, welche Sicherheitsregeln die Berufsgenossenschaft nennt und was Sie ohne Fachbetrieb tun können.

Praxisratgeber · Aktualisiert am 2. November 2026

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Für die elektrische Anlage hinter der Hausanschlusssicherung ist laut § 13 NAV der Anschlussnehmer gegenüber dem Netzbetreiber verantwortlich. Errichtung, Erweiterung und Änderung der Anlage, also etwa eine neue Steckdose oder eine neue Leitung, dürfen außer dem Netzbetreiber nur Installationsbetriebe ausführen, die in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Instandhaltungsarbeiten sind von dieser Pflicht ausgenommen, müssen aber wie alle Arbeiten nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik erfolgen. Wer an einer Anlage arbeitet, muss vorher den spannungsfreien Zustand herstellen: mit den 5 Sicherheitsregeln nach DIN VDE 0105-100. Laien dürfen laut BG ETEM in berührungssicheren Niederspannungsanlagen etwa Sicherungseinsätze und Lampen nach Herstelleranleitung wechseln.

  • Eine zusätzliche Steckdose ist eine Erweiterung: Fall für den eingetragenen Elektrobetrieb.
  • Verwenden Sie nur Material mit CE-Kennzeichnung bzw. VDE- oder GS-Zeichen.
01 / Rechtslage

Wer darf eine Steckdose anschließen?

Was § 13 NAV regelt
Frage Antwort der Verordnung
Wer ist verantwortlich? Der Anschlussnehmer, gegenüber dem Netzbetreiber, auch wenn die Wohnung vermietet ist
Wer darf errichten, erweitern, ändern? Der Netzbetreiber oder ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen
Und Instandhaltung? Von dieser Pflicht ausgenommen, außer im Abschnitt zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung (Zähler)
Nach welchen Regeln? Nach der NAV, anderen Rechtsvorschriften und den allgemein anerkannten Regeln der Technik
Welches Material? Nach § 49 Energiewirtschaftsgesetz hergestellt; vermutet bei CE-Kennzeichnung oder, wo sie nicht vorgeschrieben ist, bei VDE- oder GS-Zeichen
Und Rückwirkungen? Unzulässige Rückwirkungen der Anlage auf das Netz sind auszuschließen
02 / Typische Fälle

Neue Steckdose, Steckdose tauschen, Steckdose versetzen

  1. 01

    Neue oder zusätzliche Steckdose

    Eine Erweiterung der Anlage: nur durch den Netzbetreiber oder einen eingetragenen Elektroinstallationsbetrieb.

  2. 02

    Steckdose versetzen

    Eine Änderung der Anlage: ebenfalls Sache des eingetragenen Betriebs.

  3. 03

    Defekte Steckdose ersetzen

    Instandhaltung fällt nicht unter die Eintragungspflicht. Sie muss aber nach den Regeln der Technik erfolgen, und dazu gehören der spannungsfreie Zustand und die Prüfung danach. Wer das nicht sicher beherrscht, beauftragt einen Elektrofachbetrieb.

  4. 04

    Mieterinnen und Mieter

    Verantwortlich gegenüber dem Netzbetreiber bleibt der Anschlussnehmer. Sprechen Sie Arbeiten an der Installation vorher mit der Vermieterseite ab.

03 / Sicherheit

Die 5 Sicherheitsregeln

Die BG ETEM fasst die Anforderungen für das Herstellen und Sicherstellen des spannungsfreien Zustands nach DIN VDE 0105-100 und DGUV Vorschrift 3 so zusammen:

  1. 01

    Freischalten

    Den Stromkreis abschalten.

  2. 02

    Gegen Wiedereinschalten sichern

    Damit niemand die Sicherung wieder einschaltet.

  3. 03

    Spannungsfreiheit feststellen

    Mit einem geeigneten Prüfgerät.

  4. 04

    Erden und Kurzschließen

    Wo erforderlich.

  5. 05

    Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

    Schutz vor Berührung.

Diese Regeln richten sich an Personen, die an elektrischen Anlagen arbeiten. Sie zeigen auch, warum „Sicherung raus“ allein nicht reicht.

04 / Ohne Fachbetrieb

Was Laien selbst tun dürfen

Laut BG ETEM dürfen in Niederspannungsanlagen mit Schutz gegen direktes Berühren auch elektrotechnische Laien Sicherungseinsätze auswechseln, nach den Sicherheitshinweisen des Herstellers. Herausnehmbares Zubehör wie Lampen dürfen Laien in Anlagen mit vollständigem Berührungsschutz nach Herstelleranleitung wechseln. Außerdem können Sie ohne Werkzeug an der Installation:

  • Steckdosen-Zwischenstecker, etwa mit Fernbedienung oder Zeitschaltung, in vorhandene Steckdosen stecken, wenn das angeschlossene Gerät das erlaubt;
  • Schäden erkennen und melden: verfärbte, warme, lose oder knisternde Steckdosen.

Für Waschmaschinen und andere große Geräte gelten zusätzlich die Herstellerangaben, oft ohne Verlängerungskabel oder Mehrfachsteckdose; siehe Waschmaschine anschließen.

05 / Beauftragen

Was Sie den Elektrobetrieb fragen sollten

  1. 01

    Eintragung

    Ist der Betrieb in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen?

  2. 02

    Umfang

    Wie viele Steckdosen, wo, über welchen Stromkreis, und reicht die Absicherung?

  3. 03

    Prüfung

    Wird die Anlage nach der Arbeit geprüft und dokumentiert?

  4. 04

    Material

    Werden Steckdosen mit CE-Kennzeichnung bzw. VDE- oder GS-Zeichen verwendet?

Häufige Fragen

Steckdose anschließen: häufige Fragen

Darf ich eine Steckdose selbst anschließen?

Eine neue Steckdose ist eine Erweiterung der Anlage; die darf laut § 13 NAV nur der Netzbetreiber oder ein eingetragener Installationsbetrieb ausführen.

Darf ich eine kaputte Steckdose selbst austauschen?

Instandhaltung ist von der Eintragungspflicht ausgenommen, muss aber nach den Regeln der Technik erfolgen, mit spannungsfreiem Zustand und Prüfung. Ohne Fachkenntnis beauftragen Sie einen Elektrofachbetrieb.

Reicht es, die Sicherung auszuschalten?

Nein. Die 5 Sicherheitsregeln verlangen unter anderem, gegen Wiedereinschalten zu sichern und die Spannungsfreiheit festzustellen.

Wer haftet bei einer selbst installierten Steckdose?

Gegenüber dem Netzbetreiber ist der Anschlussnehmer für die Anlage verantwortlich. Fragen zu Versicherung und Haftung klären Sie mit Ihrer Versicherung.

Darf ich Sicherungen selbst wechseln?

In Niederspannungsanlagen mit Schutz gegen direktes Berühren ja, nach den Sicherheitshinweisen des Herstellers.

Quellen und Methode

Quellen

Rechtliche und berufsgenossenschaftliche Quellen, abgerufen am 2. November 2026 (02/11/2026).

Neue Steckdose geplant?

Lassen Sie sie von einem Elektrobetrieb setzen, der in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.

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